Stephen King lese ich schon seit meiner Jugend. Damals bereiteten mir «Stark», «The Stand» und vor allem «ES» schlaflose Nächte und das in jeder Hinsicht. Danach kam eine Phase, wo ich wenig Belletristik gelesen habe. Meine Arbeit, meine Kinder (und mein Smartphone) füllten die Zeit aus, die ich vorher mit Lesen verbracht hatte. Stehen King verschwand von meinem Radar bis vor gut einem Jahr wo ich auf «Unter The Dome» (dt. «die Arena») und «Der Todesmarsch» (das King unter dem Pseudonym Richard Bachmann schrieb) stiess. Wobei letzteres einen bleibenden Eindruck hinterliess und ich es inzwischen ein zweites Mal gelesen habe.
Zum meinem letztjährigen Geburtstag schenkte mir meine Frau dann «Mr. Mercedes», den ersten Teil einer dreiteiligen (Krimi-) Serie, die sich mit «Finderlohn» und «Mind Control» (welch bescheuerter Titel; warum zwingen Autoren die ausländischen Verleger nicht dazu, die Buchtitel 1:1 zu übernehmen?) fortsetzt. Der letzte Teil ist am 12.09.2016 auf Deutsch erschienen und wartet auf mich zu Hause!
Irgendwann beim Suchen nach Büchern von King bin ich auf die Geschichten um den Dunklen Turm gestossen. Davon gehört hatte ich auch schon irgendwann einmal aber mich nie ernsthaft damit befasst, das Buch?/die Bücher? zu lesen. Da die Dunklen-Turm-Bücher keine klassischen King-Horror-Romane sind, sind sie auch bei King-Lesern wenig bekannt. Das Genre würde ich als Fantasy-Western beschreiben. Stephen King schreibt selbst im Vorwort zu «Schwarz»: «…Bei Lesungen frage ich die Anwesenden gelegentlich, ob sie schon einmal eines oder mehrere meiner Bücher gelesen haben. Da sie alle den Weg nicht gescheut haben – was manchmal den zusätzlichen Ärger mit sich bringt, einen Babysitter zu finden, und zusätzliche Kosten um den alten Benzinfresser aufzutanken -, ist es nicht sonderlich überraschend, dass die meisten die Hand heben. Dann bitte ich diejenigen, die Hand oben zu lassen, die eine oder mehrere Geschichten um den Dunklen Turm gelesen haben. Daraufhin geht in allen Fällen mindestens die Hälfte der Hände wieder runter.»
Nun, ich gehörte auch zu dieser Gruppe. Im Juli bestellte ich mir mit «Schwarz» den ersten Teil der Saga und las das, mit 368 Seiten (im Gegensatz zu den anderen Teilen) relativ dünne, Buch während der Sommerferien. Es gab mehr Fragen als Antworten und bot eine eher langatmige und anstrengende Geschichte. Aber sie fesselte mich von der ersten Seite und dem ersten berühmten Satz («Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm.») an. Ich war mir sicher, für mich eine grosse Geschichte entdeckt zu haben. Stephen King bezeichnet im Übrigen den Dunklen Turm-Zyklus als sein wichtigstes Werk.
Nachdem ich «Schwarz» nach ein paar Tagen fertig gelesen hatte, bestellte ich die folgenden drei Teile «Drei», «Tot.» und «Glas» noch von Kroatien aus via Onlineshop nach Hause. In «Drei» stossen Odetta Walker und Eddie Dean zu Rolands Ka-Tet. In «Tot.» vervollständigen Jake Chambers und Qy die Gruppe. «Glas» erzählt eine wichtige Geschichte aus Rolands Jugend und vor allem die seiner ersten (und einzigen) grossen Liebe zu Susan Delgado. «Glas» war für mich der bisher stärkste Teil der Geschichte. So wie die rosa Glaskugel des Zauberers Roland und Rhea vom Cöos in ihren Bann gezogen und nicht wieder losgelassen hat, so tat es die Geschichte um den Dunklen Turm mit mir. Ich habe beschlossen eine Dunkle-Turm-Pause einzulegen. Wenn man daran denkt, dass sich King zwischen der Publikation von «Schwarz» 1982 und «Der Turm» 2004 zweiundzwanzig Jahre Zeit gelassen hat um sein episches Werk zu vollenden, ist meine künstliche Pause gerade zu ein Affront gegenüber derer, die tatsächlich auf die Fortsetzungen warten mussten.
Die letzten vier Teile «Wolfsmond», «Susannah», «Der Turm» und «Wind» stehen zu Hause im Regal und fordern mich jeden Abend auf, sie endlich zu lesen, um zu erfahren wann und wie Roland und seine Freunde den Dunklen Turm finden. Aber zuerst kommt nun «Mind Control» an die Reihe. Roland Deschain und sein Ka-Tet müssen warten.
In diesem Sinne «Lange Tage und angenehme Nächte!».
Hier noch eine Übersicht über die Bücher der aktuellen Auflage in Deutsch aus dem Heyne-Verlag:
- Schwarz, 386 Seiten
- Drei, 608 Seiten
- tot., 784 Seiten
- Glas, 992 Seiten
- Wolfsmond, 960 Seiten
- Susannah, 496 Seiten
- Der Turm, 1024 Seiten
- Wind, 413 Seiten
«Wind» ist später entstanden aber chronologisch zwischen «Glas» und «Wolfsmond» angesiedelt.